Von Portovenere zu den toskanischen Inseln

Am 02. September starteten wir zu den toskanischen Inseln. Auf dem Friedhof von Portovenere liegt Walter Bonatti, ein begnadeter Bergsteiger, der als Erster das Matterhorn über die Nordseite bezwang. Warum das Thema Berge: auf dem Weg zu den toskanischen Inseln kommt man an den Carrara Bergen vorbei (Apuanischen Alpan)...man denkt es liegt Schnee, sie schauen wild und massiv aus, erinnern einen an die Alpen.

Toskanische Inseln

Unser Besuch galt nur 2 toskanischen Inseln: Elba und Giglio.

Jedoch hatten wir Blick auf weitere Inseln: Korsika (France) und die toskanischen...Capraia, Montecristo, Gorgona, Pianosa, Giannutri.

In Elba hatten wir noch einen Scooterausflug: Berge, Buchten, antike und pittoreske Orte, Geschichte...

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Segeln nach Elba...Sonnenuntergang

Pontische Inseln

Der lange Schlag von Feniglia, eine Nacht in der Bucht von Anzio/Nettuno (89,6sm), und dann ein traumhafter Segeltag nach Ponza in die Bucht Frontone (37,8sm). Wir ankerten 3 Tage in Ponza und 1 Tag in Ventotene.

Die Inseln sind Überbleibsel versunkener Vulkane und wirken wie aus einer anderen Welt, die kleinen Städtchen sind pittoresk, das Wasser ist klar, Felsformationen und Strände wechseln sich ab. Bei den Römern waren die pontischen Inseln ein beliebtes Exil, um unbeliebte Dissidenten abzuschieben. Wir mieteten ein Scooter für 1 h, mehr war für die Inselrundfahrt in Ponza nicht nötig, an viele Strände kommt man nur mit dem Boot.

In Ventotene verbrachten wir leider nur einen Abend. Wir ankerten südwestlich vor dem Ort und fuhren dann mit dem Dinghi in den alten Hafen. Dies ist ein alter römischer Galeerenhafen der aus Tuffstein geschlagen wurde, eng, klein, meistens voll, teuer, aber Romantik pur.

Und die nächste Inselgruppe - die Inseln im Golf von Neapel plus die weltberühmte Amalfiküste

Von Ventotene ging es dann nach Procida, vorbei an der Ostseite von Ischia. Procida ist unsere „Lieblingsinsel“. Ausserhalb der Saison liegt man perfekt in der Cala di Coricella, schnell mit dem Dinghi an Land und zu Fuß geht es auf die auf die Nordseite in den Hauptort, viel morbides Flair. 

Nach einem Vormittag in Procida haben wir uns kurzfristig entschlossen Richtung Amalfiküste zu segeln, da der Wind ideal war.

Gegen Abend an Capri vorbei und dann (unbequemes, schwelliges) Ankern vor Scarpariello.

Die Amalfiküste ist fantastisch, jedoch zum Ankern nicht ideal.


Die Unbekanntere Ecke Italiens - Acciaroli, Cilentoküste, Kalabrien, Tropea

Von der weltberühmten Amalfiküste ging es dann in die unbekanntere Ecke Italiens. Der erste Ankerstop war in Acciaroli, eines von Hemingways Lieblingsorten in Italien. Wir waren hier schon mal vor 12 Jahren, heimeliger morbider Ort. Der Ort ist immer noch charmant, jedoch komplett restauriert, es gibt nur noch ganz wenig morbide Ecken und an diesem Samstag war der Ort so voll, dass es schwierig war in einem der vielen Restaurants einen Platz zu bekommen. 

Von Acciaroli ging es dann die Cilentoküste weiter nach Kalabrien, Cetraro und Tropea. Und an der Cilentoküste haben wir den ersten Fisch gefangen.

Von Cetraro nach Tropea hatten wir ein Wetterphänomen, welches ein Segler nicht braucht. Das Wetter ist dunstig, schwül, bedeckt und gewittrig. Gegen 11:00 bemerkten wir nördlich von uns eine Wasserhose, wir bergen direkt alle Segel. Wir haben Glück, nach 20 min ist die Wasserhose verschwunden.

Von Tropea, durch die Straße von Messina, zum Winterlager nach Sizilien

Am nächsten Morgen entscheiden wir uns doch direkt nach Taormina zu segeln…Wind und Strömung berechnet, müsste alles passen.

Jedoch war in der Straße von Messina alles anders: der Wind anders als vorhergesagt, die Strömung nicht so stark wie gedacht und nach Messina auch noch gegenan und keine Schwertfischboote. Dies hat uns bis Taormina, trotz Segel auch viel Diesel gekostet. Gewitter waren gegen Abend vor uns und hinter uns (hier mal Glück gehabt). Covid sei Dank, dass kein einziges Kreuzfahrtschiff in der Strasse war und auch sonst der Frachtverkehr gering war.

Die nächsten Tage ist eine Sturmfront aus West angekündigt, die den ganzen Mittelmeerraum einnimmt. Teilweise mit über 50 kn und Gewittern. Da die Bucht von Taormina/Giardini-Naxos nicht so ideal wirkt (auch mit Landgängen) planen wir nach Siracusa zu segeln. Hier gibt es eine Bucht die gegen Westen geschützt ist und auch eine Marina. Wir rufen dort an und reservieren einen Platz (Marina Yachting Siracusa).

Dies war die richtige Entscheidung, denn die Altstadt von Siracusa (Ortiga) ist der Knaller. Die Marina ist sehr klein mit Schwimmstegen, bei Süd- und Westwind wird man die Stege entlang immer etwas nass, trotzdem hat sie etwas Besonderes, auch mit ihrem schwimmenden Eingangshäuschen.

Nach 4 Tagen Siracusa machten wir uns am 28.09. weiter auf den Weg. Entspannt aus der Bucht gesegelt und dann…immens alter Schwell, hackige See durch Wind gegen Strömung…nicht viel Spaß, daher die Bucht von Fontane Bianche angelaufen, die sehr nett ist, da die meisten Lidos am Strand schon geschlossen hatten. Wir waren wie schon häufiger, das einzige Boot in der Bucht.

Dann gab es noch 2 Ankerstops vor dem Winterlager in Marina di Ragusa : Torrefano und die Rade di Portopalo.


Ankunft in Marina di Ragusa: 

Es warten schon die „Lunara“ (M-Hörnchen/A-Hörnchen) und „Relax“ (Tulla und Peka) auf uns – sehr schöne Begrüßung, auch wenn das Docking dann doch wo anders war. Es gab noch etwas Durcheinander mit dem Liegeplatz (nicht der geänderte)…ist jetzt aber ok.

 Auch die „Damsis“ (Steven, Suella und Ian) kamen kurz vorbei.

Prosecco mit den Freunden am frühen Abend.